Sicheres Passwort wählen

Wie du Passwörter wählst, die sicher sind und sich trotzdem merken lassen.

„Passwort123" reicht heute nicht mehr. Modern arbeitende Hacker probieren Milliarden Kombinationen pro Sekunde — aber auch ein wirklich sicheres Passwort ist machbar, ohne dass du dich verrückt machen musst.

Die drei Goldenen Regeln

  1. Mindestens 12 Zeichen — je länger, desto schwieriger zu knacken
  2. Pro Konto ein eigenes Passwort — wenn ein Dienst gehackt wird, bleibt der Rest sicher
  3. Niemand außer dir kennt es — auch nicht „der Support" am Telefon (echter Support fragt nie danach)

Methode: Passphrase

Statt eines kryptischen Worts mit Sonderzeichen einfach vier zufällige Wörter aneinanderhängen:

Tomate-Klavier-Donau-Notizbuch

Vorteile:
- 28 Zeichen → mathematisch sicherer als jedes 8-Zeichen-Sonderzeichen-Passwort
- Lässt sich als Bild merken (Tomate auf einem Klavier an der Donau mit einem Notizbuch)
- Tippt sich auf der Tastatur einigermaßen flüssig

Wichtig: wirklich zufällige Wörter — kein „Mein-Hund-heißt-Bello", weil das per Social Media leicht zu erraten ist.

Methode: Passwort-Manager (empfohlen)

Ein Passwort-Manager merkt sich für dich alle Passwörter, du brauchst nur ein Master-Passwort.

Empfehlungen:
- Bitwarden — Open Source, kostenlose Variante reicht für Privat, Cloud-Sync
- KeePassXC — komplett offline, keine Cloud, läuft auf USB-Stick
- 1Password — kostenpflichtig, sehr ausgefeilt für Familien

Im Passwort-Manager generierst du dir für jedes Konto ein 20-stelliges Zufallspasswort — du musst es nie eintippen, das macht der Manager automatisch.

Was du NIEMALS machst

  • Dasselbe Passwort für E-Mail, Banking und Online-Shop
  • Passwort auf einem Zettel an den Monitor kleben
  • Passwort per E-Mail oder WhatsApp verschicken
  • Auf einen Link in einer Mail klicken und dort dein Passwort eintippen — selbst wenn die Mail von „deiner Bank" kommt
  • Geburtstage, Tier-Namen, Auto-Kennzeichen verwenden

Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA)

Wenn ein Dienst es anbietet: immer aktivieren. Auch das beste Passwort wird wertlos, wenn jemand es trotzdem irgendwo erbeutet — 2FA verlangt zusätzlich noch einen Code aus einer App oder per SMS.

Wichtig: SMS-2FA ist der schwächste Modus. Besser:
- Authenticator-App (Google Authenticator, Microsoft Authenticator, Authy)
- Hardware-Schlüssel (YubiKey) — für E-Mail- und Banking-Konten der Goldstandard

Wann musst du Passwörter ändern?

Früher hieß es: alle 3 Monate. Aktuelle Empfehlung (NIST, BSI): nur dann ändern, wenn:
- ein Dienst gehackt wurde, bei dem du Konto hast (siehe haveibeenpwned.com)
- Verdacht auf unbefugten Zugriff besteht
- Vorgeschrieben durch Arbeitgeber

Routine-Wechsel verschlechtert Passwörter eher (man ändert nur die letzte Ziffer).

Siehe auch: Virenbefall-Sofortmaßnahmen, E-Mail-Konto in Outlook einrichten.

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